GET OVER IT COLLECTIVE

– the future is not assigned at birth.

Das all-female Get Over It Kollektiv queert Düsseldorfer Dancefloors.

„Wir sehen hier keinen weiteren Handlungsbedarf […]“ schrieb das Social Media Team des CSD Düsseldorf im Januar 2018. Gerichtete war dieser Ausruf an Kritiker*innen, die sich gegen die Düsseldorfer Partyreihe Mandanzz als offizielle CSD-Party Aussprachen. Zu wenig repräsentiere die Party mit dem einschlägigen Namen die gesamte Community, zu viel läge der Fokus erneut auf schwulen Männern.

Wir sahen den weiteren Handlungsbedarf. Im Zuge der Diskussion, die maßgeblich vom LesBi-Referat der HHU Düsseldorf angestoßen wurde, fanden wir uns als Kollektiv zusammen um am 2. Juni 2018 die erste Get Over It Party mit dem Untertitel „The Future is Not assigned at birth“ zu veranstalten. Im Linken Zentrum im Hinterhof organisierten wir, ein diverses Team aus queeren Frauen, eine Party, die sich mit dem Fokus auf trans, lesbische, femme und nicht-binäre Welterfahrung ganz bewusst von gängigen Partyangeboten für LGBTQIA-Personen in Düsseldorf abheben soll. Eine weitere bewusste Entscheidung: Wir buchen weibliche und nicht-binäre Acts. Nachdem die Party im Juni 2018 ein großer Erfolg war, blieb es eine Weile ruhig um das Kollektiv. Im Juni 2019 war es dann soweit: Die zweite Get Over It fand statt. Mit einem geschrumpften Team rund um die kreativen Turntablistas Patricia, Isa und Martha sowie Awareness-Koordinatorin Maide wurde die Party zur Reihe. Geblieben sind Ästhetik, Konzept und der Fokus auf marginalisierte Personen der Queer-Community.

Handlungsbedarf sehen wir weiterhin. In Düsseldorf gibt es zu wenige Partys, die von und für queere Menschen gemacht werden und auf denen für eine ausgelassene und trotzdem sichere Atmosphäre gesorgt wird, ohne Sexismus, Rassismus, Transphobie und andere Ausschlussmechanismen. Außerdem ist die Neigung der Veranstaler*innen groß, nur männliche Acts für die Beschallung auszuwählen. Weibliche DJs sind in der Partyszene generell unterrepräsentiert. Durch unsere Partys und Kooperationen professionalisieren wir uns als Veranstalterinnen und Musikerinnen und schaffen mehr Playtime für unsere Kolleginnen.

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